Preußische Geschichte?

Und dann noch in Westfalen? Wer wissen möchte, was davon noch heute sichtbar ist und mit welchen spannenden Ereignissen, Personen und Objekten das verbunden ist, besucht die ehemalige Defensionskaserne von 1829 am Simeonsplatz.

Das LWL-Preußenmuseum arbeitet derzeit an der Eröffnung seiner Dauerausstellung "Potzblitz Preußen!", die für die vielschichtigen – und oft unerwarteten – Aspekte der preußischen Geschichte (Westfalens) begeistert und sie auf moderne und innovative Weise erfahrbar macht.

Die Ausstellung erzählt preußische Geschichte(n) nicht chronologisch als Herrscher- und Militärgeschichte, sondern geht einen anderen Weg. Sie beleuchtet unterschiedliche – und oft unerwartete – Facetten aus 400 Jahren deutscher Kultur- und Sozial geschichte als thematische Einheiten. Szenografisch orientiert, arbeitet sie bewusst mit Brechungen und einem hohen Gegenwarts- sowie politischen Bezug, der die Verbindungen zwischen unserem heutigen Alltag und seiner oft unbewusst nachwirkenden preußischen Prägung herstellt.

Das LWL-Preußenmuseum Minden nimmt 80 Jahre Kriegsende nach 1945 zum Anlass und erzählt mit der Sonderausstellung „Europa in Harmonie. Preußen in Dur und Moll“ (5.7. 2025 – 19.7.2026) die turbulente Geschichte europäischer Kriegs- und Friedenszeiten collagenartig – auch anhand von Musikstücken.

In der Ausstellung dreht sich alles um die europäische Idee, die die Staaten vom 18. Jahrhundert trotz aller nationaler Bestrebungen bis in die Gegenwart verbindet und vereint: Vom gemeinsamen Aufbruch der Aufklärung im 18. Jahrhundert, dem bürgerlichen Ringen um Teilhabe im 19. Jahrhundert, den Krisen des 20. Jahrhunderts sowie dem europäischen Zusammenwachsen nach 1945. "Europa in Harmonie. Preußen in Dur und Moll" lädt zum Erleben und Mitmachen ein. Sofas mit Hörstationen ermöglichen es in historische Musikwelten einzutauchen, von „Die Gedanken sind frei“ bis zu Nenas „99 Luftballons“.

  • Dazu gibt es Plattenkisten zum Stöbern: kleine Booklets informieren in Ausschnitten über das Zeitgeschehen der Räume. Die Ausstellung bietet zahlreiche Partizipationsmöglichkeiten, darunter eine Klangwerkstatt.Was erwartet Besucher:innen? Im Eingangsbereich geht es direkt rein ins Thema mit einer Klanginstallation. Wer sein Ohr an die Eingangswand hält, kann direkt in die Musikwelt der Ausstellung eintauchen.

    Danach geht es durch vier Zeitabschnitte: jeder für sich ein wichtiger Meilenstein in der europäischen Geschichte. Unter dem Titel „Aufbruch zu Geist und Freiheit“ geht es los mit dem 18. Jahrhundert. Im Zeitalter der Aufklärung gewinnen die Ideen von Voltaire und Kant an Bedeutung. Sanssouci wird zum Zentrum für Intellektuelle und, auf Bestreben Friedrichs des Großen, auch für die Musik.Nach 1815 rücken „Teilhabe und Einigkeit“ in Europa und auch in Preußen in den Vordergrund. Denn überall verlangen Bürger nach mehr demokratischer Mitbestimmung. Dabei spielen auch Lieder eine wichtige Rolle, wie alte Kommersbücher mit Freiheits- und Vaterlandsliedern belegen. Der Abschnitt „Europa brennt“ erzählt von den Kriegskatastrophen des 20. Jahrhunderts. Mit dem Wettlauf der Nationalstaaten um Macht und Einfluss wachsen die Konflikte. Ein Signalhorn des Militärs und das Lied vom „Guten Kameraden“ können das Leid der Soldaten in den Schützengräben kaum zusammenfassen, selbst Otto Dix Album „Der Krieg“ ist nur eine Annäherung. Musik wurde einerseits als Aufruf, als Signal oder als Durchhalte-Parole genutzt aber auch als Ausdruck von Kritik, Trauer und Flucht.In „Grenzenlos vereint“ geht es um die Zeit nach 1945. Was machen der Kalte Krieg und die Gründung der Europäischen Union mit diesem Kontinent? Welche Verbindungen zwischen den europäischen Nachbarn gibt es und welche preußischen Fragmente finden sich, auch musikalisch, heute noch? Besucher:innen sind eingeladen selbst Antworten auf diese Fragen zu finden, bei ihrem Rundgang durch die turbulente und musikalische Geschichte der europäischen Konflikt- und Friedenszeiten.

    Und am Ende wartet die Klangwerkstatt der Schülerinnen und Schüler des Mindener Ratsgymnasiums. Hier können Kinder und Erwachsene ihr musikalisches Wissen in Rätseln testen oder selbst Musik machen.

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Behindertengerecht

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen: 10-18 Uhr

 

 

Eintritt:
Preise auf der Homepage
Individuelle Programme für Schulen

Adresse:
LWL-Preußenmuseum Minden
Simeonsplatz 12
32427 Minden

Lage des Museums