Anlässlich des Projektjahres 2022 haben sich unsere 17 Teilnehmenden Museen so einiges ausgedacht. Staunen Sie über die Vielfältigkeit des Themas Nachhaltigkeit und lassen Sie sich von frischen Ideen und neuen Ansätzen begeistern. Besuchen Sie anschließend die Sonderausstellungen oder lesen Sie mehr auf den Websites unserer Museen nach. Über das Thema Nachhaltigkeit kann schließlich nie genug aufgeklärt werden.


Wie lässt sich die Zukunft durch Design nachhaltig verändern? Welche Visionen können Re- und Upcycling-Ideen eröffnen? Antworten auf diese Fragen bietet der „10. RecyclingDesignpreis – Ausgezeichnete Ideen“ (19.06. – 23.10.2022), der vom Arbeitskreis Recycling e.V., Herford, in Kooperation mit dem Marta Herford bereits seit der Gründung des Museums im Jahr 2005 veranstaltet wird.

Rund 350 Designer*innen und Künstler*innen haben an dem internationalen Gestaltungswettbewerb teilgenommen und Entwürfe aus den Bereichen Transformationsdesign, Materialforschung, Kreislaufwirtschaft oder Social Design eingereicht. In der Ausstellung im Marta werden 36 von einer Fachjury ausgewählte Projekte präsentiert, die belegen, dass Design die Fähigkeit hat, nachhaltige Prozesse zu berücksichtigen.

Für die Ausstellung wurde von dem Designer Oliver Schübbe ein Display entwickelt, das aus gebrauchten Materialien hergestellt wurde. Im Anschluss wird diese Ausstellung im Kunstverein Tiergarten in Berlin erneut zu sehen sein.

Der RecyclingDesignpreis ist ein offener Wettbewerb, für den sich Kreative aller Altersklassen mit professioneller oder semiprofessioneller Ausbildung bewerben können. Ein Blick auf die bereits 17-jährige Geschichte des RecyclingDesignpreises verdeutlicht nicht nur, wie sehr die Themen Nachhaltigkeit und ein schonender Umgang mit Ressourcen, die so im gesellschaftlichen Diskurs verankert werden, sondern macht zudem sichtbar, dass Re- und Upcycling in den vergangenen Jahren breit gedacht und erarbeitet wird.

Darüber hinaus lässt sich eine differenziertere Auseinandersetzung mit Ressourcenverbrauch, Produktionsprozessen und Verwertungswegen erkennen, die deutlich macht, dass sich die Gestalter*innen zunehmend mit der sozialen und ökologischen Bedeutung für ihre Entwürfe auseinandersetzen.

Wie gebrauchtes Material neu genutzt werden kann, zeigt das Gewinner-Projekt „Stack and Stack (In Pandemic)“ (Hocker) von Haneul Kim (Seoul): Der immense Verbrauch medizinischer Schutzmasken während der Corona-Pandemie hat den Designer dazu inspiriert, das Abfallprodukt als Rohstoff für seinen Sitzmöbel zu nutzen.

Die in Holzformen eingeschmolzenen Masken werden zu Einzelteilen für einen Hocker geformt, der sich aus drei Beinen und einer Sitzfläche zusammenstecken lässt.

Immer häufiger werden im Rahmen des „RecyclingDesignpreises“ auch Materialerkundungen präsentiert, bei denen aus Abfallprodukten nachhaltige und zukunftsfähige Werkstoffe durch komplexe Prozesse entwickelt werden – wie bei dem zweitplatzierten Projekt „Vecchie Mura“ (ein Verbundwerkstoff) von Domenico Fama und Laura Muschalla (Masterarbeit, Technische Hochschule OWL, Detmold).

Der vielseitige Werkstoff wird aus der Verbindung von 30 % Kalk und 70 % speziell aufbereitetem Bauschutt gewonnen und ist wasserabweisend, antibakteriell und frei von chemischen Bestandteilen. Er eignet sich sowohl als Fertigputzmischung und kann je nach Zusammensetzung in Härte und Farbigkeit variieren und funktioniert als Alternative zu Beton.

Den dritten Platz belegt das Projekt „Pretty Plastic“ (eine Wandverkleidung) von Hester van Dijk, Reinder Bakker und Peter van Assche (Kollaboration Overtreders W / bureau SLA, Amsterdam).

Die Schindeln werden in einem speziell entwickelten Maschinenpark gefertigt, der Kunststoffmüll aus Baumaterialien zu wetterbeständigen Wandverkleidungen mit langer Haltbarkeit recycelt. Damit greift das Projekt den Trend nachhaltigeren Bauens auf, der sich in den letzten Jahren zunehmender Popularität erfreut, und zeigt die gewachsene Bedeutung von ressourcenschonender Materialforschung und Rohstoff-Transformation.

  • Marta Recycling Designpreis
  • Haneul Kim Recycling Designpreis

    1. Preis: Ein Hocker – von Haneul Kim. Seoul, Korea

  • Hester van Dijk Recycling Designpreis

    3. Preis: Pretty Plastic (eine Wandverkleidung aus Schindeln) von Hester van Dijk, Reinder Bakker, Peter van Assche / Kollaboration Overtreders W / bureau SLA. Amsterdam, Niederlande

  • Oliver Schübbe Recycling Designpreis

    Oliver Schübbe

Zeitraum der Sonderausstellung:
3.12.2022 bis 05.03.2023
Öffnungszeiten:
Di–So und an Feiertagen 11 bis 18 Uhr
24., 25. und 31.12. geschlossen
Neujahr ab 13 Uhr geöffnet.

In der Ausstellung »ÜberLebensmittel« erfahren Besucherinnen und Besucher, dass wir nicht nur immer mehr Lebensmittel für alle brauchen, sondern wir haben auch immer größere Ansprüche. Zucker, fettreiche Nahrung sowie stark verarbeitete oder tierische Produkte sind weltweit im Trend. Doch reichen die Flächen unserer Erde aus, um alle Menschen zu versorgen und gleichzeitig die natürlichen Ressourcen zu schonen?

Die Mit-Mach-Ausstellung »ÜberLebensmittel« der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) zeigt von Samstag, dem 3. Dezember 2022 bis Sonntag, den 5. März 2023 im Mindener Museum in acht Bereichen an 16 Mitmachstationen Lösungsansätze für eine nachhaltige Landwirtschaft und eine gesicherte, ausgewogene Ernährung.

Besucherinnen und Besucher starten in der Ausstellung auf unserem Planeten und begeben sich auf eine Reise durch die verschiedenen Bereiche unserer Lebensmittelproduktion: vom Acker bis auf den Teller. 16 interaktive Exponate ermöglichen einen Blick hinter die Kulissen: Das Publikum kann durch ein Fernglas in deutsche Hühnerställe schauen oder beim Nachhaltigkeitscheck mehr darüber erfahren, mit welchen Kriterien nachhaltiges Handeln in der Landwirtschaft bewertet werden kann.

In der Rubrik »Schon probiert?« – entdecken Besucherinnen und Besucher in dieser Rubrik neue oder alte, vergessene Geschmackswelten wie Quitte oder Arme Ritter. Auch ein Blick in die eigene Mülltonne ist in der Ausstellung möglich und jede und jeder kann sich selbst fragen: Was kaufe ich und was esse ich? Bin ich ein »lässiger Fastfood-Freak« oder ein »gestresster Alltagsprofi«? Nach einem Test, was für ein Ernährungstyp man ist, finden sich am Ende der Ausstellung Ideen für den eigenen Einkauf.

Zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches museumspädagogisches Begleitprogramm und Veranstaltungen.

  • ÜberLebensmittel
  • Mindener_museum_ÜberLebensmittel_2.jpg
  • Minener Museum Lebensmittel
  • Mindener Museums Lebensmittel Ausstellung

Zeitraum der Sonderausstellung:
3.12.2022 – 05.03.2023

Im Jahr 2022 werden sich 30 Künstler*innen mit dem Thema Wasser auseinandersetzen. Die Künstler*innen wurden zu Beginn des Jahres von der Kulturagentur des Landesverbandes Lippe eingeladen und erarbeiten im Laufe des Jahres ein Werk zu dem gestellten Thema. 

In diesem Jahr ist das Thema „Wasser“. Wasser ist der wichtigste Rohstoff und die wichtigste Ressource der Erde, ohne Wasser gäbe es kein Leben. In Zeiten des Klimawandels wird immer mehr Menschen bewusst, dass unser aller Leben vom Wasser abhängt – und dass Trinkwasser knapp wird.

Wasser spielt aber auch poetisch und in der Kunstgeschichte schon lange eine wichtige Rolle – immer wieder wird Wasser und die damit verbundene Natur dargestellt und in Worte gefasst.

Die Ausstellung wird einen spannungsreichen Bogen schlagen von den verschiedensten künstlerischen Interpretationen zum Thema Wasser – unseren Umgang damit, unsere Abhängigkeit davon-  und so die Aufmerksamkeit der Besucher noch stärker auf dieses Thema lenken. 

Das Robert Koepke Haus ist der Präsentation zeitgenössischer Kunst vorbehalten und setzt sich auf lebendige und mehrdimensionale Weise mit den Prozessen der Produktion, Rezeption und Reflektion des aktuellen Kunstgeschehens auseinander. Im Fokus stehen innovative und einflussreiche Positionen der Gegenwartskunst von der Malerei über Bildhauerei und Fotografie bis hin zu Installationskunst.

  • Robert Koepke

    Annely Delker, Vom Eise befreit, Acryl auf Leinwand.

  • 1.  Abbildung zur Ausstellung „Wasser“

    Zur Ausstellung „Wasser“

Zeitraum der Themenausstellung:
04.12.2022 – 08.01.2023
Öffnungszeiten:
Di–So 14.00–17.30 Uhr
24.12. und 31.12. geschlossen

Eintrittspreis:
Erwachsene 2,50 €, ermäßigt 2,00 €
Kinder bis 12 Jahre frei
Zur Museumsseite
Tel. 05261 25 02 58

Ein Vortrag von Prof. Dr. Volker Mosbrugger Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Frankfurt am Main Freitag.

Das Mensch-Natur-Verhältnis ist seit jeher ambivalent. So verstehen wir Natur als unsere „Mutter“, die uns nährt, sie bedeutet zugleich aber immer auch Gefahr, die wir zu beherrschen versuchen; und sie ist Sehnsuchtsort des Natürlichen, Ursprünglichen und Unverdorbenen. Seit den 1950er Jahren wird nun zunehmend erkennbar, dass Natur zu einer limitierenden Ressource für uns Menschen geworden ist: Wir übernutzen sie in einem Ausmaß, dass wir selbst darunter leiden – die klassische „Tragödie der Allmende“. Wie nicht anders zu erwarten, spiegelt die Kunst diese Entwicklung. Den Weg aus der Krise weist uns jedoch die Wissenschaft.

Prof. Dr. Volker Mosbrugger leitet seit 2005 die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Neben seinem Amt als Generaldirektor ist er als Professor am Institut für Geowissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt tätig. Er ist gewähltes Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften acatech. Für viele Jahre war er Mitglied des Senats der Helmholtz-Gemeinschaft und Vizepräsident der Leibniz-Gemeinschaft. Für sein reges Engagement wurde Volker Mosbrugger unter anderen mit dem Hessischen Kulturpreis ausgezeichnet.

Sein Forschungsinteresse gilt vor allem ökologischen und klimatischen Veränderungen sowie der natürlichen und menschengemachten Dynamik, die er vor dem Hintergrund erdgeschichtlicher Vorgänge analysiert – für einen wissenschaftlich fundierten Naturschutz und ein nachhaltiges Natur-„Management“ im System Erde-Mensch.

Zeitpunkt des Vortrages:
27.03. 2022

Weitere Informationen:
Stiftung Ahlers Pro Arte gGmbH 
Am Kindergarten 2, 32052 Herford
Tel.: +49 5221 - 979 7842
Fax: +49 5221 - 979 14108
Mail: info@ahlers-proarte.com
Web: www.ahlers-proarte.de

Die Kunsthalle Bielefeld widmet dem Wasser in der zeitgenössischen und modernen Kunst eine große international besetzte Gruppenausstellung. Was sehen wir, wenn wir auf das Wasser blicken? Welche Themen, Objekte und Zusammenhänge kommen zum Vorschein, wenn wir unseren Blick auf das Wasser in der Kunst richten?

Ausgehend von ihrer Sammlung der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts geht die Ausstellung «DEM WASSER FOLGEN» den vielgestaltigen Erscheinungs- und Wahrnehmungsformen des Wassers nach und versammelt die Werke rund fünfzig internationaler Künstler*innen. Die als Sammlungsrundgang konzipierte Ausstellung wird unterbrochen von ausgewählten zeitgenössischen Positionen. In Malereien, Fotografien, Videoarbeiten, Performances, Zeichnungen und Skulpturen verbinden sich Darstellungen vom Meer, von Seen, Flüssen und Häfen mit Werken, die das Wasser als Material nutzen und es mit den drängenden Fragen unserer Zeit verschränken.

Gemeinsam spannen sie ein breites Projektionsfeld auf: Wasser als Idyll, Ressource, Handelsweg und Ware, Wasser als Medium und Indikator der Transformation, der Vitalität und Wasser als Verortung von Lebensraum oder Heimat und Flucht. «Hier wird deutlich, dass es bei Darstellungen von Wasser fast nie um das Wasser selbst geht. Dem Wasser zu folgen, bedeutet, sich vielschichtigen Themen zu widmen, die Kultur, Natur, Politik, Wirtschaft, Körper und Geist betreffen», betonen Laura Rehme und Dr. Linda Walther, die Kuratorinnen der Ausstellung.

Die lithografische Serie «Still Water (The River Thames, for Example) » (1997-99) der US-amerikanischen Künstlerin Roni Horn (*1955) ist ein impulsgebender Bezugspunkt der Ausstellung. Die 15-teilige Arbeit zieht sich durch die Ausstellungsräume. Jedes Werk zeigt eine andere Wasseroberfläche und hebt das veränderliche, mehrdeutige Wesen des Wassers hervor.
In anderen Arbeiten ist das Wasser nur noch durch die Spuren sichtbar, die es hinterlassen hat, wie etwa in Katinka Bocks (*1976) Kupfer-Skulpturen «Toxic Fountain» (2019) und «Sonar International» (2021), dieim Vorfeld der Ausstellung ein Jahr lang dem Bielefelder Wasser ausgesetzt waren.
In der Sammlung der Kunsthalle Bielefeld findet sich das Wasser in Gemälden von Ferdinand Hodler, Gabriele Münter und Kenneth Noland. Auch bisher seltener gesehene Arbeiten werden präsentiert, etwa von Karl Ellermann, Hella Guth und Ernst Sagewka. Das Wasser durchfließt die Kunstgeschichte und bringt ebenso Skulpturen von Henri Gaudier-Brzeska und Jacques Lipchitz ans Licht, Fotografien von Hiroshi Sugimoto und den Film zu Robert Smithsons spektakulärer «Spiral Jetty» (1970), einem mehrere hundert Quadratmeter großen Kunstwerk im Great Salt Lake in Utah.

«Als Motiv und Metapher verhält es sich ähnlich wie das Element selbst: es fließt, ist nie vollständig greif- oder haltbar und im steten Wandel. Es verweist auf unterschiedliche und widersprüchliche Dinge wie Ursprung, Entstehung, Leben, Zeitlichkeit oder Heimat, Freizeit, Handel, Grenze oder Gefahr », sagt Christina Végh, Direktorin der Kunsthalle Bielefeld. «Unsere Sammlung spiegelt das in besonderer Vielfalt - mitten in einer Stadt, die nicht am Wasser liegt, respektive ihr Wasser im
Untergrund kanalisiert hat. Im Zusammenspiel von historischen und aktuellen künstlerischen Positionen wird der Wandel der Bedeutung von Wasser deutlich, und ebenso die dem
Element innewohnenden grundlegenden Aspekte, die über die Jahrhunderte hinweg unveränderlich bleiben».

Die Ausstellung «DEM WASSER FOLGEN» wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet. Erstmals lädt zudem ein interaktives Atelier, die «WERK-INSEL», mitten im Ausstellungsaum Besucher*innen dazu ein, in direkten Dialog mit den Werken und dem Thema Wasser zu treten.

Termine
06.07.2022
Mi 18.00
Performance im Skulpturenpark: Enrique Ramírez Der chilenische Künstler Enrique Ramírez (*1979) beschäftigt sich in seinem Werk mit den akustischen Phänomenen des Wassers. Im Rahmen einer Sound-Performance im Skulpturenpark mischt er am Synthesizer Tonaufnahmen aus der Umgebung Bielefelds mit Live-Klängen von botellas silvadoras, traditionellen, lateinamerikanischen Instrumenten, die er künstlerisch modifiziert hat.

27.07.2022
Mi 18.00
Vortrag: «Wasserwirbel, Tizian und der Durchzug durch
das Rote Meer»
In ihrem Vortrag widmet sich die Kunsthistorikerin
Dr. Hannah Baader der Rolle des Wassers in der Kunst der italienischen Hochrenaissance mit besonderem Blick auf das Schaffen des Venezianischen Malers Tizian.
Vortrag von Dr. Hannah Baader, Kunsthistorisches
Institut Florenz, Max-Planck-Institut

07.09.2022
Mi 18.00
Katalogpräsentation: DEM WASSER FOLGEN
Wie überträgt sich Wasser als Gestaltungsprinzip
auf einen Ausstellungskatalog? Nach einem Impulsvortrag von Charlotte Rohde widmen wir uns in einem Gespräch dieser Frage mit Blick auf Typografie,
Materialität, Farbpalette bis hin zum gestalterischen
Gesamtkonzept. Dabei geht es nicht zuletzt um aktuell relevante Aspekte wie Nachhaltigkeit und Gendersensibilität.
Mit Ann Richter und Pia Christmann, Studio Pandan Berlin, Gestalterinnen des Katalogs, Charlotte Rohde, Typografin, Künstlerin und Lehrende, Amsterdam, Laura Rehme und Linda Walther, Kunsthalle Bielefeld

28.09.2022
Mi 20.00
Lesung: Arezu Weitholz «Beinahe Alaska»
Mit intelligentem Witz folgt die Erzählerin, eine allein reisende Fotografin auf einer Expeditionskreuzfahrt, der Route von der Südspitze Grönlands bis – beinahe – Alaska. Sie blickt dabei scharfsinnig und warmherzig auf sich, die anderen Expeditionsteilnehmer*innen und die kühlen Welten der Arktis. Arezu Weitholz ist
Autorin, Illustratorin, Journalistin und Texterin für u. a. Herbert Grönemeyer, Die Toten Hosen und Udo Lindenberg. Ihr Buch wurde in diesem Jahr mit dem Hans-Fallada-Preis ausgezeichnet. Moderiert von Dr. Dagmar Nowitzki (Literarische Gesellschaft Ostwestfalen-Lippe) und Linda Walther (Kunsthalle Bielefeld). In Kooperation mit der Literarischen Gesellschaft Ostwestfalen-Lippe.

Ernst Biedermann, Katinka Bock, Carolina Caycedo, Lovis Corinth, Catherina Cramer & Giulietta Ockenfuß, Ludwig Dill, Karl Ellermann, Max Ernst, Lyonel Feininger, Conrad Felixmüller, Forensic Architecture Hermann Freudenau, Henri Gaudier-Brzeska, Carlos Grethe, Hella Guth, Franz Hecker, Klara Hobza, Ferdinand Hodler, Olaf Holzapfel, Roni Horn, Wassily Kandinsky, Axel Kasseböhmer, Brunhilde Hochauf, Walter Kramme, Jacques Lipchitz, Henri Manguin, Anton Melbye, Hanns Hubertus Graf von Merveldt, Otto Modersohn, Otto Mueller, Gabriele Münter, Kenneth Noland, Adrian Paci, Enrique Ramírez, Ernst Sagewka, Robert Smithson, Hiroshi Sugimoto, Heinrich Vogeler, Ludwig von Hofmann Paul Westerfrölke.

  • Ferdinand Hodler, Am Fuß des Mont Salève um 1890

    Ferdinand Hodler, Am Fuß des Mont Salève um 1890, Öl auf Leinwand, 65,5 x 49 cm, Kunsthalle Bielefeld, Nachlass Hertha König, 1977.

  • Max Ernst, Trois oiseaux dans un bateau (Drei Vögel in einem Boot) 1959

    Max Ernst, Trois oiseaux dans un bateau (Drei Vögel in einem Boot) 1959, Öl auf Holz, Kunsthalle Bielefeld, Dauerleihgabe der STAFF STIFTUNG, Lemgo © VG Bild-Kunst, Bonn 2022, Foto: Philipp Ottendörfer.

  • Kenneth Noland, Green Dolphin 1965

    Kenneth Noland, Green Dolphin 1965, Acryl auf Leinwand, 152,5 × 152,5 cm, Kunsthalle Bielefeld © VG Bild-Kunst, Bonn 2022, Foto: Philipp Ottendörfer.

  • Henri Manguin, Jeanne à l’ombrelle, Cavalière 1906

    Henri Manguin, Jeanne à l’ombrelle, Cavalière 1906, Öl auf Leinwand, Kunsthalle Bielefeld, Foto: Ingo Bustorf.

  • Lyonel Feiniger, Barque at Sea (Barke auf See) 1936

    Lyonel Feiniger, Barque at Sea (Barke auf See) 1936, Öl auf Rupfen, Dauerleihgabe der STAFF STIFTUNG, Lemgo.

Zeitraum der Ausstellung:
04.06.2022 – 16.10.2022 Katalog zur Ausstellung: Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Beiträgen von Astrida Neimanis, Laura Rehme, Christina Végh und Linda Walther im snoeck Verlag.

Weitere Informationen:
Förderer:
Die Ausstellung wird gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, der Kunststiftung NRW, der Stiftung der Sparkasse Bielefeld und der Stadtwerke Bielefeld Stiftung.

Das Leben ist manchmal eine Baustelle - ein Satz, der auf das LWL-Freilichtmuseum Detmold und die diesjährige Saison besonders gut zutrifft. Das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) widmet sich in diesem Jahr dem Thema Bauen. Dabei nimmt nicht nur das geplante neue Eingangs- und Ausstellungsgebäude Gestalt an, das Museum beleuchtet an großen Stationen im Außengelände auch wichtige Aspekte des Bauens wie Materialwahl oder Nachhaltigkeit. Dort dürfen die Besucher:innen auch einiges selbst ausprobieren.

Mit dem Baubeginn für das neue Eingangs- und Ausstellungsgebäude startet nicht nur eine Großbaustelle, es bedeutet auch eine Veränderung für die Ausrichtung des LWL-Museums. "Dass wir dort künftig deutlich größere Ausstellungen zeigen und einen ganzjährigen, barrierefreien Zugang zu dem Gebäude und der neuen Parkanlage ermöglichen, bedeutet, dass wir auch viel mehr Chancen haben, auf aktuelle, gesellschaftlich relevante Themen einzugehen und besondere Depotschätze oder Leihgaben zu zeigen", erklärt LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger. Dieser Auf- und Umbau wird im Themenjahr "Museum under construction"(englisch für "im Bau") in den Mittelpunkt gerückt. So thematisieren drei große Geländestationen an der Töpferei, im Paderborner Dorf und im Sauerländer Dorf die Baustoffe Lehm, Holz und Öko-Beton, die schwerpunktmäßig im Neubau Verwendung finden sollen.

Neben vielen Informationen dazu, wie diese Baustoffe eingesetzt werden und wie nachhaltig sie sind, dürfen Besucher:innen auch Hand angelegen. Junge und erwachsene Museumsgäste können die Ärmel hochkrempeln und selbst Lehm formen, Löcher bohren oder Holzverbindungen testen.

In einem Bauwagen erleben die Museumsgäste bereits das neue Eingangs- und Ausstellungsgebäude bei einer dreidimensionalen Tour und gewinnen einen Eindruck von den Räumen. Entsprechend der ökologischen Ausrichtung des Museums will der LWL den Gebäudekomplex möglichst umweltschonend errichten und CO2-neutral betreiben. "Das Modellprojekt 'Ecosights', das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt unterstützt wird, verdeutlicht, welchen Weg der LWL mit dem Neubau gehen möchte - den Weg für ein Museum der Zukunft", so Rüschoff-Parzinger. "Ein Team von Wissenschaftler:innen der Technischen Hochschule OWL, des iFE-Instituts für Energieforschung und der Universität Bochum erarbeitet für dieses Bauvorhaben Lösungsansätze, die Modellcharakter für andere Museumsbauten haben sollen. Damit wird das Gebäudeensemble neue Maßstäbe für nachhaltiges Bauen und zukunftsweisende Technologien setzen."

Der Einsatz nachhaltiger Baustoffe ist ein zentraler Aspekt für die Gestaltung des Neubaus. "Wir wollen einen Teil des Neubau-Daches begrünen, Regenwasser, Erdwärme sowie Photovoltaikanlagen nutzen und umweltfreundliche, regional vorhandene Rohstoffen wie Lehm und Holz verwenden. Damit werden wir, was den Energiebedarf des Neubaus angeht, ohne fossile Rohstoffe auskommen und das Gebäude autark betreiben", ergänzt Museumsdirektor Prof. Dr. Jan Carstensen. Die Vorteile
von Naturmaterialien wie Holz und Lehm können die Museumsgäste an verschiedenen kleineren Baustellen im Museumsgelände erleben und dem Restauratorenteam über die Schulter schauen, zum Beispiel am Haus Stahl im Paderborner Dorf. "Unsere Museumsgäste können sich an den großen Geländestationen mit den verwendeten Materialien vertraut machen - das Ausprobieren ist dort ausdrücklich erwünscht. An der Töpferei können Interessierte beispielsweise den Lehm in die Hand nehmen, kneten und an der Fachwerkwand verarbeiten", beschreibt Ausstellungskuratorin Anna Stein das interaktive Konzept.

Neben dem Beginn der Bauarbeiten des neuen Eingangs- und Ausstellungsgebäudes gibt es mit der Eröffnung der Spielescheune im Paderborner Dorf einen weiteren Saisonhöhepunkt. In der Scheune gibt es viel zu entdecken, denn dort stehen die tierischen Bewohner im Fokus: Schafskulpturen zum Sitzen und Schaukeln verweisen auf die ehemalige Nutzung der Scheune als Schafstall. Außerdem wartet ein Mäusezimmer mit viel Platz "zum Verkriechen" auf große und kleine Mäuse.

Mit einem großen Familienfest zu Beginn der Osterferien am 10. April feierte das Museum den Umbau der ehemaligen Ausstellungsscheune. "Wir freuen uns, eine Indoor-Spielmöglichkeit anbieten zu können und sind gespannt auf die Reaktionen der Kinder", erklärt Stein, die das Konzept für die Spielescheune erarbeitet hat.

Das Jahresprogramm bietet viele Veranstaltungen rund um die Themen Bauen und Nachhaltigkeit. Unter dem Titel "Blickpunkt Bau" findet einmal monatlich eine Veranstaltungsreihe statt, und vom 5. bis 7. August rücken die "Handwerkertage" traditionelle Bautechniken in den Mittelpunkt. Dabei zeigen die Gebäuderestauratoren des Museums die Gewerke, die beim Aufbau und der Einrichtung der historischen Gebäude zum Einsatz kommen. Außerdem können Kinder während der "Energieentdecker-Wochen" ihr Wissen unter Beweis stellen: An insgesamt acht Wochen, die sich über die laufende Museumssaison verteilen, haben sie die Gelegenheit, ihren persönlichen Energiepass zu erstellen. Am Ende der Saison verlost das LWL-Museum unter allen Energieentdecker:innen nachhaltige Preise.

  • LWL/BOK + Gärtner

    LWL/BOK + Gärtner

  • LWL/Jähne

    LWL/Jähne

  • LWL/Sanchez

    LWL/Sanchez

Zeitraum der Ausstellung:
April bis Oktober 2022

“Individuen unterscheiden sich – auch im Tierreich. Daher sind ihre Reaktionen auf Umweltbedingungen „tierisch individuell“. Forschende eines Sonderforschungsbereiches der Uni Bielefeld haben zusammengeschlossen, um dies für verschiedenste Tierarten genauer zu untersuchen. Ihre Ergebnisse können gemeinsam mit Ihnen von den Besucher:innen erforscht werden. Schauen Sie durch das Fernglas und lernen Sie, wann Bussarde das elterliche Revier verlassen. Begeben Sie sich mit einer Verhaltensforscherin in die Antarktis: Wie wird die Entwicklung der Seebärenbabys durch die mütterliche Wahl des Strandes beeinflusst? Beobachten Sie gemeinsam mit einer Ökologin das einzigartige Anpassungspotenzial von Blattwespen. Erforschen Sie zusammen mit einem Verhaltensgenetiker, warum Ameisenköniginnen ihr Nest mal allein und mal zusammen mit anderen Artgenossinnen gründen. Dabei sind aktives Mitmachen und das Erleben mit allen Sinnen möglich.

Die Stoff- und Modedesignerin Sunčana Dulić präsentiert vom Aussterben bedrohte Pflanzen auf einzigartige Weise. Als Projektionsfläche dienen Kleidungsstücke. Jedes ein Unikat, mit gemalten oder gestickten Zeichnungen auf handgeschneiderten Blusen, Shirts und Kleidern. Es geht dabei um die Emotionalisierung eines Wissenschaftsthemas. Eine Zeichnung auf einem Kleidungsstück wirft die Frage zurück: Wer bin ich und wofür stehe ich? Die Trägerin des Kleidungsstücks wird zur Botschafterin und vertritt damit die einzelne Pflanze. Bewusst wurden keine Tierarten gewählt, die auf Kleidung leicht als Maskottchen zu missverstehen sind. So macht dieses Potential das Artenstreben zu einer ganz persönlichen Sache. Man trägt das Thema im wahrsten Sinne des Wortes auf der Haut.

Böden sind hochkomplexe Lebensräume von zentraler Bedeutung für Ernährung und Klimawandel. Um in ihre Geheimnisse besser einzutauchen lassen die Exponate den Besucher auf die Größe einer Landassel „schrumpfen“ um ihren Bewohnern um Bestandteilen auf Augenhöhe zu begegnen. Mitmachstationen laden ein, sich interaktiv mit verschieden Aspekten auseinander zu setzen. Entstehung, Bestandteile, Bodenchemie und das Myriaden-Heer seiner Bewohner werden ebenso behandelt, wie die zahlreichen Einflüsse und Bedrohungen denen diese Ökosysteme unterliegen.

Unser Verhältnis zu Insekten ist zwiespältig: Wir erfreuen uns an bunten Schmetterlingen, aber betrachten Fliegen als Plagegeister. Wir züchten Bienen, aber fürchten uns vor Wespen. Dabei sind Insekten die artenreichste und wichtigste Tiergruppe unseres Ökosystems – und auch für uns Menschen bedeutsam. Der dramatische Rückgang der Insekten ist ein unüberhörbares Warnsignal der Natur. Grund genug diese faszinierenden Tiere mit einer interaktiven Ausstellung ins Rampenlicht zu stellen.

Die Wanderausstellung „Facettenreiche Insekten“ ist eine Kooperation des NORe-Verbundes (Museumsverbund der Nord- und Ostsee Region e. V.) zu dem auch das Naturkunde-Museum Bielefeld gehört.

Fortschritt bezeichnet grundlegende Verbesserungen durch bedeutende Veränderungen bestehender Zustände oder Abläufe in menschlichen Gesellschaften, die meist positiv gesehen werden. Als eine solche Erfolgsgeschichte kann auch die Vereinnahmung der Landschaft durch den Menschen beschrieben werden, die seit den bescheidenen Anfängen in der Jungsteinzeit vor 7.000 Jahren immer größeren Umfang annahm und aus der Natur eine Kulturlandschaft machte. Doch diese Veränderungen hatten Schattenseiten: dramatische (negative) Folgen für Ökosysteme, Pflanzen- und Tierwelt.

Zunächst hatten die wenigen Siedler nicht viel mehr als überschaubare Hausflächen, die lediglich mit von ihnen erwünschten oder geduldeten Pflanzen bewachsen waren. Ihre Arbeitsweise war rein mechanisch. Ackerflächen waren noch klein, häufig wurden sie nur wenige Jahre oder nur in bestimmten Jahreszeiten genutzt. Die Nutztiere suchten sich ihr Futter selbständig auf extensiven Flächen. Trotz vieler Rückschläge wurde die menschliche Besiedlung mit den Jahrzehnten immer dichter.

Die Wiederaufbauphase nach dem 30-jährigen Krieg, durch den die Ausdehnung des menschlichen Lebensraums rückläufig war, ging in eine Phase des Landesausbaus über. Den finalen Abschluss erreichte dieser Prozess mit den „Markenteilungen“ um 1800. Der Staat setzte die Privatisierung aller Allmenden durch, dem letzten Vierteil der Bodenflächen. In dieser Phase zeigte sich wie im Zeitraffer, was früher über Jahrzehnte und Generationen hinweg abgelaufen war. Die Flächen, eine Mischung aus Grasplätzen, wenigen größeren Bäumen (Eichen und Buchen) und vor allem Sträuchern änderten ihr Antlitz innerhalb von wenigen Jahrzehnten radikal.

Diese Landschaftseingriffe gingen im 20. Jahrhundert weiter. Die Flurstücke wurden größer, Hecken und Waldstücke verkleinert oder begradigt. Das Vieh blieb im Stall oder man gab ihm eingezäunte Weiden. Auf Feldern wuchs nun auch Futter, was effizienter war, als die eigenständige Nahrungssuche der Tiere. Was am Ende des 20. Jahrhunderts als kaum berührte Natur erscheinen mochte, hatte sein Aussehen weitgehend durch Eingriffe des Menschen erhalten.

Weniger offensichtlich hatte Ende des 19. Jahrhunderts noch eine Entwicklung eingesetzt, die immer ausgeprägtere Folgen zeigte: Schon die Gewannfluren des Mittelalters hatten Nährstoffzufuhr durch mit tierischem Dünger versetzter Erde erfahren. Seit dem späten 19. Jahrhundert erfolgten jedoch Neuerungen in dichter Folge, die in die chemischen Prozesse der Natur eingriffen: Guano, Kainit, Thomasmehl, Stickstoffdünger.

In den 1960er Jahren wurde die Feldbestellung auf maschinelle Technik umgestellt, die große Felder möglich und nötig machte; „Pflanzenschutzmittel“ (Herbizide, Fungizide) wurden flächendeckend eingeführt. So entstanden „Agrarwüsten“, die nur noch eingeschränkt Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Menschen sind. Die Entwicklung kennt kaum ein Halten: Genveränderte, patentierte Pflanzen drohen alte, im Ursprung vielfältige und diverse Sorten zu verdrängen. Verkehrs- und Industrieflächen wachsen immer weiter in die Landschaft; ja die Felder werden in letzten Jahrzehnten für Zwecke der Energiegewinnung zerschnitten und versiegelt, die Landschaft durch Windräder „verspargelt“.

  • Natur und Landschaft

    Natur und Landschaft intensiv genutzt. Bauernhausmuseum/Volmer

Zeitraum der Themenausstellung:
24. Juli bis 18. Dezember 2022

Sachen mit einem kleinen Defekt, Kleidung, die nicht mehr gefällt oder nicht mehr der neusten Mode entspricht, landen oft im Müll, denn neues gibt es ja für wenig Geld. Dieses Verhalten trägt mit dazu bei, dass wir die Natur dreimal so schnell nutzen, wie sich das Ökosystem regenerieren kann. Würden die Ressourcen der Erde nach der Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner auf alle Länder verteilt, hätte Deutschland seinen Anteil schon am 4. Mai dieses Jahres verbraucht. Danach leben wir auf Kosten anderer Länder oder zukünftiger Generationen.

Upcycling leistet einen Beitrag zur Ressourcenschonung, indem aus scheinbarem Abfall neue Produkte entstehen. Davon konnte man sich beim 8. Betheler Upcycling-Markt an und in der Historischen Sammlung Bethel überzeugen. Da gab es Schmuck aus altem Besteck oder Fahrradreifen, neue modische und individuelle Kleidung aus ausgemusterter Kleidung, schicke Taschen aus alten Lederjacken, Kaffeesäcken oder alten Messeteppichen. Diese werden nach einmaliger Nutzung weggeworfen, egal wie ihr Zustand ist, weil es billiger ist neue zu kaufen als die gebrauchten für den nächsten Einsatz zu lagern. Dass die Teppiche durchaus weiter zu verwerten sind, zeigt die Hövelhofer Firma senne products GmbH, die daraus schicke Taschen herstellt. Dies Beispiel zeigt, dass es nicht nur Privatpersonen sind, die Upcycling betreiben.

Die Klima AG der Friedrich v. Bodelschwingh Schulen informierte darüber hinaus über weitere Möglichkeiten nachhaltiger zu leben. Die AG bietet Informationen zu den Themen: Fairtrade Produkte, e-Bike Sharing, Wertstofftrennungssysteme, Energiemanagement und die Baumpflanzaktion der Klimawoche und der e-CROSS GERMANY.

  • Upcycling von Glasresten zu Kunstwerken

    Upcycling von Glasresten zu Kunstwerken

  • Der 8. Betheler Upcycling Markt bietet eine breite Palette von Waren

    Der 8. Betheler Upcycling Markt bietet eine breite Palette von Waren

  • Messeteppich + Zuschneiden + Stanzen + Nähen + Nieten = Taschen aus Messeteppich by MAD OWL (senne products GmbH)

    Messeteppich + Zuschneiden + Stanzen + Nähen + Nieten = Taschen aus Messeteppich by MAD OWL (senne products GmbH)

Zeitraum:
Der Betheler Upcysling-Markt findet jährlich im September statt.
In 2022 wurde er am 4. September abgehalten.

Mit Stationen in der Dauerausstellung werfen wir ab Anfang September einen Blick auf den sich verändernden Umgang mit Wasser und Abwasser, Gesundheit und Hygiene. Die Anknüpfungspunkte reichen von Alltagsgegenständen wie der Mitternachtstasse (dem Nachttopf) bis zur Trinkwasserampel und beziehen auch den umgebenden Naturraum mit ein.

Nicht weit vom Museum lag ein altes Bauernbad, das eine natürliche Quelle nutzte, deren Wasser heute als Heilwasser in Flaschen abgefüllt wird. Nur einige hundert Meter weiter nimmt die aktuelle Renaturierung der Werreauenlandschaft die gerade einmal 100 Jahre alten Kanalisierungsarbeiten zurück. Und die beeindruckende Nachttopf-Sammlung des Museums verwahrt auch Stücke, die kaum älter sind als 60 Jahre - denn auf dem Land gelang der Bau der Kanalisation nicht immer in der gewünschten Geschwindigkeit.

  • Stadt Löhne/Sonja Voss

    Stadt Löhne/Sonja Voss

Zeitraum der Ausstellung:
Museum der Stadt Löhne
Alter Postweg 300
32584 Löhne
Eröffnung 2. September, ab dem 3. September zu den regulären Öffnungszeiten zu sehen

Weitere Informationen:
www.museum-loehne.de
per E-Mail unter so.voss@loehne.de
oder telefonisch unter 01520 9013636

TOKTOKTOK auf Holz geklopft – eine Erlebnisausstellung für Kinder zum Thema Holz (für Kinder von 3 – 10 Jahren)

Diese Ausstellung besteht aus Stationen, die das Forschen und Experimentieren rund um das Thema Holz anregen, Bewegungsräume schaffen, die sinnlich-ästhetische Erfahrung und den eigenen Handlungsspielraum der Kinder fördern.
Warum bringt es Glück, wenn wir dreimal auf Holz klopfen? Wie sieht ein Holzwurm aus? Wer kann Jahresringe zählen? Kann man auf dem Holzweg auch balancieren? Und wie klingen Hölzer?
Dies sind nur einige Fragen, denen Kinder beim Besuch der Ausstellung neugierig nachgehen. Denn die interaktiven Stationen rund um das Thema Holz regen zum Ausprobieren und Mitmachen an, und fördern vor allem das selbständige Erforschen.
Spielerisch erkunden die Kinder das Naturmaterial Holz, indem sie Wege und Türme bauen, Löcher bohren oder Hölzer unter die Lupe nehmen, befühlen und zum Klingen bringen. Durch Tasten, Beobachten und Hinhören werden wertvolle sinnlich-ästhetische Erfahrungen ermöglicht.

  • Naturmaterial Holz

    Spielend das Naturmaterial Holz kennenlernen.

  • Kann Holz auch Geschichten erzählen? Ja!

    Kann Holz auch Geschichten erzählen? Ja!

  • Holz mit allen Sinnen erleben.

    Holz mit allen Sinnen erleben.

Abtauchen – eine Welt unter Wasser (für Kinder von 3 – 10 Jahren)

Die Kinder und Erwachsene tauchen in dieser Ausstellung in eine Unterwasserwelt ein. Lauschen den Geräuschen der Unterwasserwelt und entdecken zauberhafte Quallen, Fische und Wasserwesen. Wie fühlt sich eine Perle in der Muschel und gibt es weiche Steine? Was findet sich am Strand und wie klingen eigentlich die Gesänge von Walen? Wie fühlt sich eine Perle in der Muschel? Was macht das Plastik im Ozean?
Spielerisch erkunden die Kinder eine Unterwasserwelt, indem sie Wege aus Steinen legen, neue Korallenvariationen zusammenstellen oder Meeresfunde unter die Lupe nehmen, befühlen und Wasser zum Klingen bringen. Durch Tasten, Beobachten und Hinhören werden wertvolle sinnlich-ästhetische Erfahrungen ermöglicht. In einem alten Fass lassen sich wundersame Unterwasserwelten beobachten und mit dem KimU-Boot abtauchen.

  • Mit allen Sinnen in eine Unterwasserwelt abtauchen.

    Mit allen Sinnen in eine Unterwasserwelt abtauchen.

  • Es gibt viel zu entdecken! Anfassen strengstens erlaubt.

    Es gibt viel zu entdecken! Anfassen strengstens erlaubt.

  • So mancher Wissensschatz wartet darauf geborgen zu werden

    So mancher Wissensschatz wartet darauf geborgen zu werden

Zeitraum der Ausstellung:
Die beiden Mitmach-Ausstellungen sind ausleihbar für Kindertageseinrichtungen und Grundschulen sowie für andere Museen.
Mehr Infos unter: www.kindermuseum-owl.de oder bei Instagram: www.instagram.com/kindermuseumowl/

Weitere Informationen:
E-Mail: info@kindermuseum-owl.de
Anna Behring, Tel. 0175 / 55 79 367
Inga Michaelis, Tel. 05206 / 60 79 851

Am 30. Juni 1972, beschloss der Rat der Alten Hansestadt Lemgo die Festlegung eines etwa 17 Hektar großen Sanierungsgebietes in der Lemgoer Innenstadt. Die Ausstellung, entstanden in Kooperation der Städtischen Museen und des Stadtarchivs Lemgo, richtet den Blick auf die Lemgoer Stadtsanierung zwischen Erhalt und Erneuerung.

Der Entscheidung des Stadtrates ging ein unattraktiver Zustand der Lemgoer Innenstadt voraus, wie er in vielen Städten ausgangs der 1960er Jahre vorherrschte: historisch wertvolle Immobilien waren baufällig, Straßen waren vom Autoverkehr überlastet, Parkflächen wurden knapp und viele Menschen verließen die Innenstadt um Außerhalb zu wohnen.

Lemgo hatte 1968 den renommierten Stadtplaner Professor Harald Deilmann aus Münster beauftragt, einen Sanierungsplan zu erstellen. Ziel seines Konzeptes war eine bauliche Verdichtung auch in den Innenquartieren. Dazu sollten Gebäude in Alt- und Neustadt, die nicht als schützenwert galten, weichen und die Zahl der möglichen Bewohnerinnen und Bewohner sollte sich fast verdoppeln. Parkflächen sollten teils durch Tiefgaragen geschaffen werden.

Das 1971 vom Bundestag beschlossene Städtebauförderungsgesetz versetzte Lemgo finanziell in die Lage, die Sanierung umzusetzen. Doch nach regionaler und überregionaler Kritik am „Deilmann-Plan“ wurde dieser nicht fortgeführt. Stattdessen beschritt Lemgo einen eigenen Weg. Eine Gestaltungssatzung definierte den Weg der erhaltenden Erneuerung. Der Durchgangsverkehr wurde durch große Parkplätze am Rande des historischen Standkerns verringert. Das historische Straßennetz und die Parzellenstruktur blieben erhalten. Das Vorgehen wurde immer wieder öffentlich zwischen den Betroffenen, den politischen Gremien und der Verwaltung diskutiert und angepasst. So wurde Lemgo zu einem Musterfall einer in Fachkreisen beachteten Altstadtsanierung.

Die Sanierung der Altstadt hat das heutige Erscheinungsbild Lemgos nachhaltig geprägt. Exemplarisch betrachtet die Ausstellung daher den Status quo und wagt partizipativ einen Blick in die Zukunft. Wie kann sich das Stadtbild weiter positiv entwickeln?

  • Plaka

    Plakat der Ausstellung „Vor 50 Jahren – Lemgoer Stadtsanierung zwischen Erhalt und Erneuerung“.

  • Lemgoer Innenstadt

    Überlastung der Lemgoer Innenstadt durch den Straßenverkehr in den 1960er Jahren.

  • baulichen Veränderungen

    Neben den baulichen Veränderungen stehen auch die verantwortlichen Entscheidungsträger und ihre Motive im Vordergrund.

  • Stadtkarte

    Eine begehbare Stadtkarte mit interaktiven Elementen verschafft ungeahnte Einblicke.

Weitere Informationen:
Museum Hexenbürgermeisterhaus
Breite Str. 17-19
32657 Lemgo

Zeitraum der Ausstellung:
25.06.2022 – 23.10.2022

Wie nachhaltig sind Ausstellungen? Aus betriebsökologischer Sicht sind vor allem aufwendig gestaltete Sonder- und Wanderausstellungen mit kurzen Laufzeiten unter drei Jahren problematisch. Nicht selten landen am Ende der Laufzeit Vitrinen, Stellwände und spezielle Medientechnik aufgrund fehlender Lagerflächen oder nicht realisierbarer Integration in die Dauerausstellung auf der Mülldeponie. Auch wenn enthaltene Werkstoffe wie MDF (mitteldichte Holzfaserplatten), Plexiglas und Metalle in Form von Verkabelungen und Verankerungssystemen grundsätzlich recycelbar sind, wäre der nachhaltigere Weg eine konsequente Weiternutzung.

Im Juni 2020 wurde erstmals die Sonderausstellung „Boten, Helfer und Gefährten“ im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover, einem der insgesamt acht Standorte des LWL-Industriemuseums ausgestellt. Die Ausstellung folgte den Spuren von Bienen, Schweinen, Tauben und Pferden in Westfalen und dem Ruhrgebiet. Im Mittelpunkt stand das vielfältige Verhältnis von Menschen und Tier und sein grundlegender Wandel seit der Industrialisierung. In den folgenden zwei Jahren wanderte die Ausstellung durch weitere Standorte des LWL-Industriemuseums und wurde zuletzt von Mai bis Oktober 2022 im LWL-Industriemuseum Ziegelei Lage gezeigt und aufgelöst. Die Auflösung einer Sonder- oder Wanderausstellung ist ein Prozess, bei dem zunächst alle Exponate an die Leihgeber oder in das eigene Sammlungsdepot überführt werden. Danach wurde die gesamte Medientechnik auf ihre Funktion geprüft und dem Besitzer, in diesem Fall der Zeche Hannover zurückgegeben. Nachdem dies abgeschlossen war, zeigten sich die einzelnen Ausstellungselemente, Vitrinen und Stellwände durch den sorgsamen Umgang in den vergangenen Jahren in einem quasi neuwertigen Zustand. Dennoch war vorgesehen, die Reste der Ausstellung zu entsorgen.

Die Idee gebrauchte Ausstellungselemente zu verschenken, stellt sich nach dem Ende jeder Ausstellung und scheitert nicht am Willen des Schenkenden. Das große Problem liegt in den Sonderanfertigungen, die sowohl farblich als auch dramaturgisch für eine bestimmte Ausstellung hergestellt wurden und sich nicht so einfach in eine neue integrieren lassen. Größere renommiertere Museen haben aufgrund dessen kaum Interesse an gebrauchten Elementen. Dankbare Abnehmer sind hingegen die vielen kleinen ehrenamtlichen Museen, deren finanzielle Möglichkeiten die Anschaffung von Sonderanfertigungen von vornherein ausschließen. Dass es hierfür eine Nachfrage gibt, geht unter anderem aus den zahlreichen E-Mail-Anfragen an die Geschäftsstelle der Museumsinitiative in OWL hervor. Hinter der Initiative steht ein Netzwerk von über 150 OWL-Museen, an die alle Anfragen weitergeleitet werden.

Auch im Fall der aufgelösten Wanderausstellung „Boten, Helfer und Gefährten“ half die Museumsinitiative in OWL bei der Vermittlung der gebrauchten Ausstellungselemente an die Militärgeschichtliche Sammlung Augustdorf von Oberstabsfeldwebel Günter S. Das kleine Bundeswehr-Museum auf dem Gelände der Augustdorfer Kaserne informiert in seiner Dauerausstellung über 200 Jahre Militärgeschichte Ostwestfalen-Lippes. Im Sommer 2023 plant Oberstabsfeldwebel S. die Eröffnung einer neuen Abteilung der Dauerausstellung. Unter dem Titel "Die Geschichte des Panzerbataillons 214 und sein Einsatz im Rahmen der Panzerbrigade 21 in der Zeit des Kalten Krieges" werden im Mittelpunkt der neuen Abteilung die Soldaten, die Angehörigen des Bataillons und ihr Dienst am Standort, auf Übungen, im Manöver und im Einsatz stehen. Die ausgestellten Exponate sollen dabei auch ein Spiegelbild der markanten Entwicklungen im Bataillon hinsichtlich Uniformierung, Ausrüstung und der Bewaffnung darstellen. So ist zum Beispiel unter anderem geplant, ein Bildverstärgergerät des Bergepanzers M88 auszustellen, der Ende 1962 den seit der Aufstellung genutzten Bergepanzer M74 im Panzerebataillon 214 ablöste. Das Panzerbataillons 214 wurde im Jahre 1959 aufgestellt und im Jahr 2022 aufgelöst. Ausschlagend für die Vermittlung an die Militärgeschichtliche Sammlung war die hohe Belastbarkeit der gebrauchten Elemente sowie deren modularer Aufbau mit umfangreichem Zubehör. Letzterer ermöglicht eine gewisse Freiheit in der Präsentation und Sicherung der künftigen Exponate. Durch die hohe Belastbarkeit lassen sich zudem selbst schwerste Ausrüstungsgegenstände eindrucksvoll ausstellen. Der gemeinsame Abbau und Abtransport nach Augustdorf fand am 14. November statt.

  • Museumsmitarbeiter

    Hand in Hand beluden Museumsmitarbeiter und Soldaten der Augustdorfer Panzerbrigade 21 den LKW mit Vitrinen und Stellwänden (v. l. Oberstabsgefreiter Dimitri M, Oberstabsgefreiter Dario G.,  und Museumshausmeister Dirk Teubner | v. r. Oberstabsfeldwebel Günter S. und Museumsbetriebsassistent Jan Grote). Foto: LWL-Industriemuseum/Jasmin Soyak.

  • Ausstellungselemente

    Über 20 Ausstellungselemente wurden in zwei Fahrten in die Militärgeschichtliche Sammlung Augustdorf gebracht. Foto: LWL-Industriemuseum/Jan Grote.

  • Aufbau von Ausstellungselementen

    Der modulare Aufbau von Ausstellungselementen erleichterte den Abbau erheblich. Foto: LWL-Industriemuseum/Jan Grote.

  • Abbau

    Beim Abbau wurden alle Zubehörteile verpackt und grob gereinigt. Foto: LWL-Industriemuseum/Jan Grote.

  • Plexiglas-Hauben

    Die Plexiglas-Hauben benötigten besondere Sorgfalt beim Transport. Foto: LWL-Industriemuseum/Jan Grote.

  • Die Ausstellung vor der Auflösung.

    Die Ausstellung vor der Auflösung. Foto: LWL-Industriemuseum/Johanna Simon.

Weitere Informationen:
LWL-Industriemuseum Ziegelei Lage
Sprikernheide 77
32791 Lage (Lippe)
Tel. 05232 / 94 90 22
E-Mail: jan.grote@lwl.org

Weitere Informationen:
Militärgeschchtliche Sammlung
Panzerbrigade 21
GFM Rommel Kaserne
Augustdorfer Allee 217
32832 Augustdorf
Tel. 05237 / 91 10 -23 oder -12