Naturkundemuseum im Marstall, Paderborn Schloss Neuhaus

„Vogelfänger, Venntüten und Plaggenstecher“ 63997
04.08.2017 – 03.10.2017

Menschen, Natur und Landschaft in Nordwestdeutschland vor 100 Jahren.
Auf den Spuren des Naturfotografen und Pionier des Naturschutzes Dr. Hermann Reichling (1890-1948).

Vor etwas mehr als 100 Jahren begann der westfälische Zoologe Dr. Hermann Reichling die Landschaften Nordwestdeutschlands zu fotografieren und später auch zu filmen, um ihre Besonderheiten und Vergänglichkeit im Bild festzuhalten.
Reichling gilt als einer der wichtigsten Pioniere des Naturschutzes in Nordwestdeutschland und als einer der ersten Naturfotografen der Region. Der damalige Direktor des heutigen LWL-Museums für Naturkunde hat ein einzigartiges Archiv hinterlassen, welches die Landschaften und die dort arbeitenden Menschen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts dokumentiert.
Seine Glasplattennegative aus dem Privatbesitz der Familie Reichling – sowie aus den Beständen des LWL-Museums für Naturkunde – wurden in einem vom Westfälischen Heimatbund und vom Westfälischen Naturwissenschaftlichen Verein angeregten und von der NRW-Stiftung geförderten Projekt digitalisiert. Über das Bildarchiv des LWL-Medienzentrums für Westfalen wurden inzwischen mehr als 5.000 dieser Fotografien der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Die Wanderausstellung ist ein Kooperationsprojekt des LWL-Museums für Naturkunde, des LWL-Medienzentrums für Westfalen, des LWL-Museumsamtes für Westfalen, des Westfälischen Naturwissenschaftlichen Vereins e.V. und des Westfälischen Heimatbundes und macht in Paderborn Station. Sie präsentiert einen umfassenden Querschnitt aus der fotografischen Arbeit Dr. Hermann Reichlings. Ein Zusammenschnitt von Filmen aus der Zeit um 1930, aufgenommen von Reichling selbst, sowie einige Tierpräparate und eine historische Fotoausrüstung ergänzen das Bildmaterial.

„Vogelfänger, Venntüten und Plaggenstecher“
Noch bis 1904 durfte jedermann durchziehenden Vogelarten ohne eine besondere Erlaubnis nachstellen, später war dies nur den Jagdpächtern gestattet. Insbesondere das Fleisch der Wacholderdrosseln (Krammetsvögel) galt als beliebter Leckerbissen.
In Westfalen bezeichnete man den Großen Brachvogel gerne auch wegen seines markanten Rufs als Venntüte. Vor allem im Venn, d.h. in den Moorgebieten war er zu Hause.
Plaggenstecher trugen in der Heide die oberste humose Bodenschicht, die Plaggen, ab. Diese wurden als Stalleinstreu genutzt und später – angereichert mit dem Kot des Viehs – auf den Feldern als Dünger eingesetzt.

Foto: Strickender Schäfer mit seinem Hund und seiner Herde, 1938, LWL-Medienzentrum für Westfalen

Zur Ausstellung hat das LWL-Museum für Naturkunde ein sehr interessantes Begleitbuch veröffentlicht, das viele der historischen Fotos von Hermann Reichling zeigt und das für 14,80 € am Verkaufsstand erhältlich ist.

Für Kinder und Jugendliche hat das Naturkundemuseum im Marstall wieder einen Rallyebogen erstellt, mit dem die Ausstellung erkundet werden kann. Er ist bei der Museumsaufsicht kostenlos erhältlich (Schreibunterlagen und Stifte können ausgeliehen werden).

Naturkundemuseum im Marstall
Im Schloßpark 9
33104 Paderborn-Schloß Neuhaus
Tel.: 05251-881052
https://www.paderborn.de/naturkundemuseum

Öffnungszeiten
täglich, außer montags, 10-18 Uhr
(Gruppen werden gebeten, ihren Besuch vorab telefonisch anzukündigen: 05251-881052.)

Eintritt
normal: 2,50 € / ermäßigt: 2,00 €
Kinder bis 12 Jahre und Schulklassen: Eintritt frei.

 

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