Museum im Schloss Bad Pyrmont

Die Verwandlung. Pyrmont
Undine Bandelin und Hannes Uhlenhaut
23. März bis 21. Mai 2017

Im Rahmen der Ausstellungsreihe „Neue Kunst im alten Schloss“ präsentiert das Museum in diesem Jahr junge Gegenwartskunst aus Leipzig

Den Austausch zwischen Historie und Moderne zu fördern – das ist die Intention der Ausstellungsreihe Neue Kunst im alten Schloss. Unter diesem Motto zeigt das Museum zum zweiten Mal Arbeiten junger, zeitgenössischer Künstler im Dialog mit den Räumen der barocken Pyrmonter Sommerresidenz.
In diesem Jahr bespielen die beiden in Leipzig lebenden und arbeitenden Künstler Undine Bandelin (Malerei) und Hannes Uhlenhaut (Porzellanplastik) die historische Kulisse und unterziehen sie durch ihre künstlerischen Eingriffe einer umfassenden Verwandlung. Sie setzen den Transformationsprozess fort, den das Schloss im Laufe der Jahrhunderte bis heute durchlaufen hat und eignen sich den Ort auf subtile und zugleich selbstbewusste Weise an, indem sie ihn um neue Bedeutungsebenen erweitern.
In den Arbeiten, die zum Teil in unmittelbarer Auseinandersetzung mit den Räumen geschaffen wurden, ebenso wie in der Form ihrer Inszenierung reflektieren Undine Bandelin und Hannes Uhlenhaut den Mythos des Ortes „Schloss“ und kommentieren ihn aus ihrer jeweiligen, zeitgenössischen Perspektive.
Undine Bandelin, geboren 1980 in Jena, studierte freie Malerei an der Bauhaus-Universität Weimar sowie an der HfKD Burg Giebichenstein, Halle/Saale (Meisterschülerin bei Prof. Ute Pleuger), wo sie derzeit auch Lehrbeauftragte für Malerei im Kontext neuer Medien ist. Die Vielgestaltigkeit des Menschseins, das Spiel mit Typisierungen, Verwandlungen und Verhaltensweisen sowie die Wahrnehmung von Wirklichkeit sind zentrale Themen im künstlerischen Schaffen von Undine Bandelin. Der Betrachter begegnet in ihren Bildern Gestalten, die zunächst verstören, befremden, absurd erscheinen, und die dennoch gleichsam zu Projektionsfiguren der eigenen Realität werden. Auch in den für Pyrmont entstandenen Arbeiten beschäftigt sie sich intensiv mit spezifischen menschlichen Handlungs- und Rollenmustern, bricht diese auf, lotet Grenzbereiche aus und führt tradierte Vorstellungen von Hierarchien bewusst ad absurdum.
Hannes Uhlenhaut, geboren 1985 in Lauchhammer, studierte im Studiengang Plastik/Keramik an der HfKD Burg Giebichenstein, Halle/Saale und ist seit 2015 Meisterschüler an der HfBK Dresden bei Prof. Wilhelm Mundt. Das Hinterfragen von Traditionen, Sehgewohnheiten und Wahrnehmungsformen ist auch für Hannes Uhlenhaut wesentlicher Bestandteil seiner Arbeit mit einem Material, dem oftmals das Klischee des Süßlich-Profanen, des dekorativen Kunsthandwerks anhaftet, umweht vom Prunk barocker Fürstenhäuser. Mit dieser im kollektiven Bewusstsein verankerten Vorstellung spielt Hannes Uhlenhaut ganz bewusst, in dem er traditionelle Erscheinungsbilder und ikonographische Formeln aufbricht, verfremdet, transformiert. Versatzstückartig zusammengefügt trifft Barock auf Popkultur, Geschichte auf aktuelles Zeitgeschehen. In traditioneller Herstellung schafft er zutiefst Gegenwärtiges und verleiht dem Porzellan dadurch eine neue Wertigkeit und Aussage, die – die inszeniert in der barocken Kulisse des Pyrmonter Schlosses – eine besondere Brisanz entfaltet.
Am 2. Mai und am 14. April 2017 bietet Museumsleiterin Vanessa Charlotte Heitland jeweils von 15 bis 16 Uhr öffentliche Kuratorenführungen durch die Ausstellung an. Weitere Sonderführungen nach Terminvereinbarung.

Zum Abschluss der Ausstellung findet am 21. Mai 2017 um 15 Uhr eine Finissage mit Künstlergespräch statt.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Museum im Schloss Bad Pyrmont
Schlossstr. 13
31812 Bad Pyrmont
www.museum-pyrmont.de
E-Mail: info@museum-pyrmont.de
Telefon: 05281/606771

Öffnungszeiten
23. März bis 21. Mai 2017
Di bis So 10 bis 17 Uhr
montags sowie Karfreitag geschlossen

Abbildung: Undine Bandelin, Das rote Sofa, Mischtechnik auf Leinwand, 2016, Foto: G. Brückmann

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